Infoanlass «Eigenmietwert fällt weg – Was Eigentümer jetzt beachten sollten»
Mit der beschlossenen Abschaffung des Eigenmietwerts verändern sich die steuerlichen Rahmenbedingungen für Wohneigentümer grundlegend. Neben dem Wegfall des fiktiven Einkommens entfallen auch wichtige Abzugsmöglichkeiten. Besonders bei Investitionen ins Gebäude stellt sich damit die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt – und nach einer durchdachten Planung.
Über Jahrzehnte hinweg mussten Eigentümer selbstbewohnter Liegenschaften ein fiktives Einkommen versteuern – den sogenannten «Eigenmietwert». Mit dem Entscheid der Stimmbevölkerung vom September 2025 wird dieses System nun abgeschafft. Für viele Wohneigentümer bedeutet dies auf den ersten Blick eine Entlastung. Gleichzeitig bringt der Systemwechsel neue Unsicherheiten mit sich. Denn mit der Abschaffung des Eigenmietwerts fallen auch zentrale Steuerabzüge weg. Künftig können Kosten für den Liegenschaftsunterhalt sowie Investitionen ins Gebäude nicht mehr vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Damit verändert sich die Ausgangslage insbesondere für Eigentümer, die in den kommenden Jahren grössere Arbeiten an ihrer Liegenschaft planen. Der Fokus verschiebt sich weg von steuerlichen Überlegungen hin zu einer langfristigen und vorausschauenden Planung.
Investitionen neu denken und richtig einordnen
Gerade im Bereich der Gebäudetechnik gewinnt diese Entwicklung an Bedeutung. Elektroinstallationen, Energieverteilungen, Steuerungen sowie die Vorbereitung auf neue Technologien wie Photovoltaik oder Wärmepumpen sind häufig Teil umfassender Sanierungen. Bisher konnten solche Massnahmen zumindest teilweise steuerlich berücksichtigt werden. Künftig ist dies nicht mehr selbstverständlich. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass viele Investitionen nicht isoliert betrachtet werden können. Wer beispielsweise eine Photovoltaikanlage installieren möchte, muss oft gleichzeitig die bestehende Elektroinfrastruktur anpassen. Eine veraltete Hauptverteilung, ungenügende Leitungen oder fehlende Steuerungsmöglichkeiten führen dazu, dass Projekte umfangreicher werden als ursprünglich angenommen. Entsprechend wichtig ist es, Investitionen frühzeitig aufeinander abzustimmen und im Gesamtkontext des Gebäudes zu planen.
Planung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Zusätzlich bleibt offen, wie einzelne Kantone künftig mit Investitionen in Energieeffizienz umgehen. Während der Bund entsprechende Abzüge streicht, könnten Kantone gewisse Massnahmen weiterhin steuerlich begünstigen. Für Eigentümer bedeutet dies eine gewisse Unsicherheit, aber auch die Chance, Investitionen bewusst zu strukturieren. Gerade in Kombination mit Themen wie Eigenverbrauch, Energieproduktion und Gebäudetechnik gewinnt die Koordination einzelner Massnahmen an Bedeutung. Aus Sicht von Marcel Hofmann, Unternehmer der Elektro Böhlen AG, rückt damit ein zentraler Punkt in den Vordergrund: «Es geht weniger darum, schnell zu handeln, sondern darum, die richtigen Entscheide zur richtigen Zeit zu treffen.» Wer also Investitionen koordiniert plant, kann technische, wirtschaftliche und betriebliche Vorteile nutzen – unabhängig von steuerlichen Rahmenbedingungen.
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