Ben­zin teuer, Strom güns­ti­ger – Zeit für ein Elek­tro­au­to?

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Die steigenden Benzin- und Dieselpreise beschäftigen aktuell viele Autofahrer. Auslöser sind unter anderem geopolitische Spannungen, die sich direkt auf den Ölpreis auswirken. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten haben nicht nur die Treibstoffpreise ansteigen lassen, sondern auch das Interesse an Elektroautos erhöht. Doch ist der Umstieg auf ein Elektrofahrzeug unter diesen Voraussetzungen tatsächlich die richtige Lösung?

Treib­stoff aus der Steck­do­se ist güns­ti­ger als Kraft­stoff ab der Tank­säu­le

Bereits vor dem Ausbruch des Irankonflikts verzeichnete AutoScout24, ein Online-Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Fahrzeugen, einen deutlichen Anstieg der Suchanfragen nach Elektroautos. Zwischen Mitte Januar und Mitte Februar lag das Plus im Vorjahresvergleich bei knapp unter zehn Prozent. Das auffallend starke Wachstum der Suchanfragen nach Konfliktausbruch ab Ende Februar deutet klar darauf hin, dass die Preisentwicklung fossiler Treibstoffe das Interesse an Elektrofahrzeugen spürbar beeinflusst. Zwischen Mitte März und Mitte April stieg die Zahl der Suchanfragen nach Elektroautos im Vorjahresvergleich um beinahe 50 Prozent. Mit den steigenden Benzin- und Dieselpreisen werden nun auch gebrauchte Elektrofahrzeuge interessant. Denn die reine Verbrauchsrechnung spricht eine deutliche Sprache.
Bei einem Dieselpreis von 2 Franken 20 pro Liter und einem Verbrauch von sechs Litern entstehen pro 100 Kilometer Treibstoffkosten von 13 Franken 20. Gerade mal 8 Franken Stromkosten bezahlt derselbe Autolenker, wenn er 100 Kilometer mit einem Elektroauto zurücklegt. Grundlage dieser Berechnung ist ein bescheidener Verbrauch von 20 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer sowie ein Strompreis von 40 Rappen pro Kilowattstunde (kWh).

Strom­prei­se kön­nen eben­falls stei­gen

Bei der Wahl zwischen einem «Verbrenner» und einem «Stromer» sollten jedoch nicht ausschliesslich die aktuellen Treibstoffpreise ausschlaggebend sein. Ein Blick zurück ins Jahr 2022 zeigt, dass damals nicht nur die Kosten für Öl und Gas, sondern auch die Kosten für elektrische Energie spürbar angestiegen sind. Denn letztlich hängt auch der Strompreis von der Entwicklung der internationalen Energiepreise ab. Wird zur Deckung der Stromnachfrage im europäischen Ausland als sogenanntes «letztes» Kraftwerk ein Gaskraftwerk zugeschaltet, schlagen hohe Gaspreise unmittelbar auf die Strompreise auch in der Schweiz durch.
Neben den Betriebskosten sollten auch die Unterhalts- und Anschaffungskosten eines Elektroautos im Vergleich zu einem Verbrennermodell berücksichtigt werden. Auffällig ist, dass die Preise für Elektrofahrzeuge tendenziell sinken. Ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium ist ferner die Alltagstauglichkeit – bei Elektroautos insbesondere die Verfügbarkeit geeigneter Lademöglichkeiten.
Wer beispielsweise in einer Mietwohnung ohne Ladestation lebt und täglich lange Strecken zurücklegt, wird die Attraktivität eines Elektroautos anders beurteilen als etwa ein Eigenheimbesitzer. Denn dieser kann nicht nur eine private Ladestation installieren, sondern auch eine Photovoltaikanlage. Damit lässt sich ein Elektroauto mit selbst hergestelltem Solarstrom weitgehend unabhängig von den Schwankungen internationaler Energiemärkte laden. In einem solchen Fall stellt die Elektromobilität eine durchaus prüfenswerte Alternative zu benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeugen dar.

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