Ver­al­te­te Elek­tro­in­stal­la­ti­o­nen – un­ter­schätz­tes Ri­si­ko

Ein Alltag ohne Strom ist heutzutage kaum denkbar. Elektroinstallationen und elektrische Geräte begleiten uns bei der Arbeit und in der Freizeit – in der Regel zuverlässig, aber nicht immer sicher. In der Schweiz kommt es jährlich zu rund 3000 Bränden – häufig, weil beispielsweise Elektroinstallationen veraltet sind. Zudem ereignen sich immer wieder Elektrounfälle, bei denen Stromschläge tödlich enden können. Das Risiko eines Todesfalls ist dabei im Vergleich zu anderen Unfallarten rund 50-mal höher. Um Brände und Unfälle durch Elektrizität zu vermeiden, ist ein verantwortungsbewusster und sorgfältiger Umgang mit Elektroinstallationen und -geräten unerlässlich. Dazu gehört auch die Sanierung älterer Anlagen nach dem «Nullung-Schema III», die heute nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht.

Re­pa­ra­tu­ren an Elek­tro­in­stal­la­ti­o­nen sind nichts für Heim­wer­ker

Strom und die damit verbundenen Gefahren sind unsichtbar, und auch Mängel an elektrischen Installationen lassen sich nicht immer eindeutig erkennen. Gleichzeitig geht von defekten Geräten, Kabeln, Steckern oder Steckdosen ein erhebliches Brandrisiko aus. Leitungen können sich durch technische Defekte überhitzen, und bei Beschädigungen kann Strom ausserhalb der Leitungen fliessen. Dadurch können Gegenstände über längere Zeit unbemerkt unter Spannung stehen – eine Berührung kann schwerwiegende Folgen haben.
Einen wirksamen Schutz vor solchen Bränden und Unfällen bietet der Fehlerstrom-Schutzschalter, der gefährliche Fehlerströme zuverlässig erkennt und die Stromzufuhr sofort unterbricht.

Der «FI-Schalter» – auch Fehlerstrom‑Schutzschalter genannt – unterbricht bei einem Fehler sofort die Stromzufuhr. In der Schweiz werden FI-Schalter bei Neuinstallationen und Modernisierungen standardmässig eingebaut. In vielen älteren Gebäuden fehlen diese jedoch noch, weshalb eine Nachrüstung besonders wichtig ist.
Springt der FI-Schalter wiederholt heraus, weist dies auf Unregelmässigkeiten bei der Elektroinstallation hin. In solchen Fällen sollte unbedingt ein Elektrounternehmen beigezogen werden. Grundsätzlich gilt: Arbeiten an elektrischen Installationen – ob an einer defekten Steckdose oder am Sicherungskasten – dürfen ausschliesslich von qualifizierten Fachpersonen ausgeführt werden. Aufgrund der erheblichen Gefahren sind Reparaturen an Elektroinstallationen und -geräten niemals selbst auszuführen!

Ver­al­tet und ge­fähr­lich: In­stal­la­ti­o­nen nach Nul­lung Sche­ma III

Wichtig ist zudem, dass notwendige Reparaturen tatsächlich ausgeführt werden. Für die Sicherheit einer elektrischen Anlage ist in erster Linie die Eigentümerschaft verantwortlich – dies gilt auch für ältere Installationen nach Nullung Schema III. Die «Nullung Schema III» ist eine Schutzmassnahme vor elektrischem Schlag, das in der Schweiz bis etwa 1960 häufig eingesetzt wurde, jedoch erhebliche Risiken birgt. Bereits ein einziger Fehler kann zu einer gefährlichen Situation führen und dazu beitragen, dass Gehäuse der Betriebsmittel unter Spannung stehen. Dadurch entsteht ein beträchtliches Sicherheitsrisiko.

Von Laien vorgenommene Änderungen an Installationen nach Nullung Schema III sowie unvollständige Dokumentationen stellen ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar. Auch ein nachträglicher Schutz durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen lässt sich bei diesen alten Systemen kaum oder gar nicht realisieren.
Hinzu kommt, dass viele dieser alten Installationen noch über Leitungen mit Baumwollummantelungen verfügen, die bei weiterem Betrieb ein erhebliches Brandrisiko darstellen. Installationen nach Nullung nach Schema III entsprechen daher nicht mehr dem heutigen Stand der Technik.
Angesichts der damit verbundenen Gefahren ist eine Sanierung solcher Anlagen zwingend erforderlich.

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